Frühling






Der Wolf und die sieben Geißlein
meine Postkartenserie von Oskar Herrfurth
In den 1920er Jahren firmiert die Firma als Verlag der Uvachrom Union Aktiengesellschaft  für Farbenfotografie in Wien, 
  Die Bilder sind mit O. Herrfurth signiert.


                                                                                                                           Foto Jasmin


                                                                             
 
Es war einmal eine alte Geiß. Sie hatte sieben junge nette Geißlein.
Als sie zum Futterholen ging, rief sie alle sieben herbei und mahnte:
»Seid auf eurer Hut vor dem Wolf. Wenn er kommt, so frißt er euch. Er ist schlau und verstellt sich oft.«
Dann meckerte die Alte und sprang getrost davon.
 
                                                                                 

Bald darauf klopfte jemand an die Tür des Geißen Hauses und rief »Macht auf, liebe Kinder,
 eure Mutter ist da und hat jedem etwas mitgebracht!«
Die sieben Geißlein erkannten aber an der rauen Stimme den Wolf und sagten:
»Du bist nicht unsere Mutter, die hat eine feine Stimme.« Und die Türe blieb verriegelt.
 
 
Der schlaue Wolf hatte nun seine Stimme mit Kreide geschmiert
und kam wieder zum Geißen Haus.
Da ließen sich die sieben Geißlein täuschen und machten die Türe auf.
Mit einem Satz sprang der Wolf hinein.
Die Kleinen wollten sich verstecken, aber der Wolf verschlang eins ums andere.
Nur das Jüngste fand ein sicheres Versteck.


Der vollgefressene Wolf legte sich unter einen Baum und schlief ein.
Die alte Geiß kam aus dem Walde zurück und fand nirgends ihre sieben Kinder.
Da schlüpfte das jüngste Geißlein aus seinem Versteck und erzählte,
wie der böse Wolf gekommen war.
Auf der Wiese fanden sie den schlafenden Wolf,
bitterlich weinte die alte Geiß um ihre Kinder.


Die alte Geiß schnitt nun mit einer Schere dem bösen Wolf den Bauch auf
und alle sechs Geißlein kamen munter an's Tageslicht.
Dem Ungetüm aber füllten sie den Leib mit Steinen und nähten ihn wieder zu.
Der schlafende Wolf merke nichts davon.


                                                                 

Als der Wolf erwachte, ging er zum Brunnen, um zu trinken.
Er bückte sich zum Wasser hinab, da zogen ihn die schweren Steine in seinem Bauch in die Tiefe.
Jämmerlich mußte er ertrinken.
Die Alte mit ihren sieben Geißlein aber tanzte voll Freude um den Brunnen und rief:

der
Wolf ist tot!