Frühling












 
Die Blümelein, sie schlafen
Brahms/Goethe
 

 
Die Blümelein, sie schlafen schon längst im´Mondenschein`,
sie nicken mit den Köpfchen auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum, er säuselt wie im Traum.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!



Die Vögelein, sie sangen so süß im `Sonnenschein`,
sie sind zur Ruh gegangen in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund, es tut allein sich kund:
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!



 
 



Sandmännchen kommt geschlichen und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindchen fand, streut er ins Aug' ihm Sand.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!


Sandmännchen aus dem Zimmer, es schläft mein Herzchen fein,
es ist gar fest verschlossen schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir; willkomm' das Äugelein so fromm!
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!






 
 

Die Melodie des Liedes geht zurück auf eine alte Weise von 1697, die Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803-1869)
 für seine Liedersammlung 1840 umgestaltete.
Das im romantischen Geist geschriebene Lied „Die Blümelein sie schlafen“,
 fand in Johannes Brahms einen großen Bewunderer.
 Als Klavierlied eingerichtet erschien es 1858,  er widmete es den Kindern
Clara und Robert Schumann.