Kleiner Stern











Die ersten Frühlings-Flügel















Was uns an andere Menschenwesen heftet, sind die tausend Wurzeln

und unzähligen Fäden, die die Erinnerungen vom Abend vorher

 und die Hoffnungen auf den folgenden Morgen knüpfen,

 ist das lückenlose Gewebe von Gewohnheiten,

 aus dem wir uns nicht zu befreien 

vermögen.



         (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)
                         Marcel Proust






















Gute Nacht

Weiche Nebelschleier hüllen

Ein, was auf der Erde wohnt.

Hoch am Himmel geht die stillen 

Bahnen hin der goldene Mond.

In der Ferne

Tauchen Sterne
Auf und halten treue Wacht

Gute Nacht

              St. Andresen





So wie es früher einmal war







Wie früher so gelebt wurde....................













......und wie sich die Lebensumstände für uns Menschen,
in einer relativ kurzem Zeit, geändert haben.
Früher war sicherlich das Leben in der Stadt oder auf dem Land
mit weniger Komfort, mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden,
und um einiges härter im Vergleich zu heute.
Aber eigentlich waren alle Dinge da,
die man zum Leben 
brauchte.






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Neues Jahr






Ein neues Jahr

Jedes Jahr vollziehen die Menschen den üblichen Jahreswechsel. 
Ein altes geht, ein neues kommt. Auch wenn sich nicht alle Wünsche und Pläne 
des alten erfüllt haben, es hat einem neuen Jahr Platz zu machen.
 In der Regel geschieht das auch völlig reibungslos.
Die Menschen feiern und wünschen sich alles Gute. Dann kehren sie mit guten Vorsätzen in ihren Alltag zurück. Hin und wieder gibt es aber doch kleine Ungereimtheiten.






Eine Neujahrsgeschichte


Eine solche Geschichte trug sich vor ein paar Jahren zu, es ist also noch nicht einmal so lange her. Damals versammelten sich im Himmel zum Jahresende pünktlich alle am Jahreswechsel Beteiligten, jeder streng nach seiner Rangordnung platziert. In der ersten Reihe war dem eben eintreffenden Alten Jahr ein Ruheplatz bereitgestellt worden. Gleich daneben stand ein zweiter Sitz noch leer - jener für das zu begrüßende Neue Jahr. Anfangs dachte sich keiner etwas dabei, waren doch alle überpünktlich erschienen. Einer nach dem andern wurde aber etwas unruhig. "Unüblich!" raunte ein Engel, "Nun müssen wir bald anfangen mit der Übergabe, sonst werden wir bis Mitternacht nicht fertig werden.“ Und das abtretende alte Jahr fügte hinzu: „Ich denke, wir müssen das Neue Jahr umgehend suchen, sonst stünde eventuell gar das Ende der Zeiten vor der Tür.“ So schwärmte Groß und Klein aus und hielt Ausschau, ob sich das Neue Jahr nicht etwa hinter einem vergessenen Stern versteckt hätte. Nach Minuten verzweifelter Suche wurde es endlich aufgespürt. In einem kleinen Winkel gleich neben der Himmelspforte hatte es sich verkrochen.
 "Was hast Du dir dabei nur gedacht?“ wollte der heilige Petrus leicht ungeduldig von ihm wissen,
 „Du bringst mit deinem Verhalten den ganzen Weltenlauf durcheinander!" - 
"Ich hatte etwas Angst", erwiderte das Neue Jahr leise:
 „Seht, alleine soll ich während dreihundertfünfundsechzig Tagen die Verantwortung für die ganze Welt tragen. Wenn ich nun einen Fehler mache? Wenn ich etwas übersehe oder vergesse? 
Diese Verantwortung ist zu viel für mich allein."








Der heilige Petrus nickte, dachte kurz nach und antwortete dann verständnisvoll: "Die ganze Verantwortung zu tragen ist gewiss eine große Aufgabe. Fehler können geschehen und bleiben nicht folgenlos, auch das ist richtig. Aber ich bin überzeugt, mein liebes Neues Jahr, dass gerade Du am besten dazu geeignet bist. Du bist frisch an Kräften, gänzlich unverbraucht und noch voller Hoffnung. Es kommt nicht darauf an, die beste Lösung immer gleich zur Hand zu haben. Viel wichtiger ist es, das Du alles aus Liebe zu den Menschen tust und mit der guten Absicht, nicht
 leichtfertig mit Deiner Zeit umzugehen. Ich glaube, gutes Neues Jahr,
 ein besseres Jahr als Dich hätte zurzeit niemand finden können. 


Und eines soll Dir Mut machen:





Auch wenn Du nicht fertig wirst mit Deiner Arbeit, es kommt nach Dir wieder ein neues Jahr. Manche Dinge brauchen Zeit und machen viel Mühe, aber einmal müssen sie begonnen werden. Das ist nun Deine Aufgabe. Das Neue Jahr blickte in die Runde, wo sich in jedem Blick Erwartung und Ermutigung spiegelte. Es nickte dem heiligen Petrus zu, der nahm das Neue Jahr an der Hand und führte es entschlossen zur Himmelspforte. Die Zeit war knapp geworden. Schnell wurde die Arbeit des alten Jahres bedankt und die himmlischen Gaben dem Neuen,
 letzte gute Ratschläge mit auf den Weg. 

Damit begann es dann endgültig,
 dieses neue Jahr

     Mellin




Menschenkind" Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt.
Um dir ihr Leben zu schenken.

              C. Morgenstern

                  






Schneeflöckchen






Das kleine Schneeflöckchen
 

Es war Winter, dicke Schneeflocken wirbelten durch die Luft und bedeckten 
die Stadt mit einer dicken, weißen Decke. In den Fenstern 
funkelten Kerzenlichter, der Christbaum wurde geschmückt;
 denn es war der Heilige Abend. 
Alle freuten sich auf das Weihnachtsfest, Kinder spielten vergnügt
 im Garten. Auf den Straßen roch es nach frischem Lebkuchen. 





Ein kleiner Junge saß am Fenster und beobachtete das Schneetreiben.
So saß er da, er war irgendwie traurig und schaute den Schneeflocken nach, 
die an seinem Fenster vorbei wehten.
 Eine von ihnen - die Kleinste - setzte sich auf sein Fensterbrett, 
um sich vom Fliegen zu erholen. 
Sie sah den kleinen traurigen Jungen am Fenster und erzählte
 es den anderen Schneeflocken. Sie fassten einen Plan.
 Zusammen flogen sie zu dem Jungen und setzten sich an die Fensterscheibe. 






Leise flüsterte das kleine Schneeflöckchen der Schneeflocke 
neben ihr etwas ins Ohr und die flüsterte es zu der nächsten. 
Dann setzten sie sich alle so auf die Fensterscheibe, 
dass sie aussahen wie ein großer, weißer Eisstern. 
Die Augen des Jungen fingen an zu leuchten; jetzt
war er gar nicht mehr traurig.










Um das kleine Schneeflöckchen berühren zu können, streckte er
 seine Hand zum Fenster. Vorsichtig fasste der kleine Junge
 an die Scheibe und legte seine Hand auf den Stern aus Schneeflocken.
Für ein paar Augenblicke konnte er das kleine Schneeflöckchen
 ganz nah spüren. Und als er seine Hand wieder wegnahm,
 hatten sich die Flocken plötzlich zu einem Herz geformt.